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Die NAS aus England stellt weltweit ein wichtiges Bindeglied für alle Interessierten im Bereich der Unterwasserarchäologie dar. Taucher (Amateure und Profis), Archäologen, Konservatoren und Historiker mit Interessenschwerpunkten an der maritimen Vergangenheit zählen zu ihren Mitgliedern. Ihr Ziel ist die Förderung der nautisch-archäologischen Forschung und die Publikation der Forschungsergebnisse. Zu diesem Zweck gibt sie die halbjährlich erscheinende Zeitschrift International Journal of Nautical Archaeology (IJNA) heraus.
Die NAS hat sich dazu verpflichtet, den Schutz des kulturellen Erbes unter Wasser zu fördern. Sie organisiert Projekte, Vorlesungen, Konferenzen und unterwasserarchäologische Unternehmungen. Vor allem hat sie ein weltweit anerkanntes Ausbildungsschema entwickelt. Es entstand in den 70er und 80er Jahren bei der Dokumentation und Ausgrabung der Mary Rose vor der Isle of Wright vor Portsmouth in England. Die Mary Rose, ein Kriegschiff der englischen Krone und Lieblingsschiff des Monarchen Henry VIII., kenterte im Jahre 1545 in einer Schlacht gegen französische Streitmächte vor Southsea und versank mit Mann und Maus. Das Wrack wurde 1982 gehoben und wird heute in Portsmouth konserviert. An der ungeheuerlichen Menge an Funden, die auch dort ausgestellt sind, wird noch bis heute geforscht.
Damals fehlten bei der Dokumentation genügend Fachleute die Tauchen konnten, so dass man Sporttaucher ausbildete und mit zur Hilfe nahm. Beginnend mit einem Einführungskurs (NAS intro = Denkmalgerechtes Tauchen) in die Unterwasserarchäologie bietet es in fünf (NAS Intro, NAS 1, NAS 2, NAS 3 und NAS 4) aufeinander aufbauende Teile unterteilt, eine stufenweise fortschreitende Qualifikation, die als letzten Schritt in Zusammenarbeit mit einem Archäologischen Direktor die Befähigung zur Aufsicht über die Arbeiten auf einer Fundstelle beinhaltet.
Heute wird das NAS Training bereits neben Großbritannien auch in Argentinien (PROAS), Australien und Südostasien (AIMA), Deutschland (DEGUWA), Frankreich (DRASSM), Kanada (UASBC), Portugal (CNANS), Südafrika (SAHRA) und den USA (US National Parcs) angeboten und etabliert sich zunehmendes zum allgemeingültigen Standard. In Deutschland hat die Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Unterwasserarchäologie e.V. (DEGUWA) das Konzept und das Ausbildungsschema der NAS übernommen. Auch die DEGUWA bringt zweimal jährlich eine Zeitschrift (Skyllis) heraus und organisiert Tagungen mit internationalen Referenten. Zusammen mit dem VDST entstanden der Einführungskurs „Denkmalgerechtes Tauchen“ (NAS Intro) und die „UW- Archäologie“ (NAS1). Die DEGUWA bietet ausserdem für Fortgeschrittene die Kurse NAS 2 und NAS 3 an, die Ausbildung zum NAS Part 4 jedoch kann nur in Großbritannien durchgeführt werden.
Bitte beachten: Das NAS-Ausbildungsprogramm ersetzt nicht das Studium der Archäologie (Klassische Archäologie, Ur- und Frühgeschichte, Maritime Archaeology, usw.). Es beinhaltet aber anspruchsvolle unterwasserarchäologische Inhalte in Praxis und Theorie und kann somit auch parallel zum Studium einen wertvollen Beitrag bilden.
In Deutschland benötigen alle professionellen UW-Archäologen zusätzlich eine Ausbildung zum „geprüften Forschungstaucher“ bzw. zum „archäologischen Forschungstaucher“!
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